Das Konstrukt Nation überwinden

Vortrag und Diskussion mit einem Referenten des BiKo Erfurts – anschließend Bar und Musik

Nationalismus der Mitte

„Du bist Deuschland“ und nicht Europameister, aber Fahnen hängen trotzdem überall. Es ist deutlich sichtbar, daß Nationalismus in Deutschland kein Privileg Baseballschläger schwingender Nazi-Skins ist. Gerade mit den Fußball-Ereignissen der letzten Jahre hat sich durchgesetzt, daß die Mitte sich ganz selbstverständlich positiv auf ihren Staat bezieht.

Aber für was steht der schwarz-rot-goldene Lappen eigentlich? Für Hermann den Cherusker, Bonifatius und Friedrich den Großen? Lothar Matthäus, Jügen Klinsmann und Franz Beckenbauer? Sauerbraten, Thüringer Bratwurst und Labskaus?
Ausgehend von zwei Arbeitsdefinitionen des Nationalismusbegriffes wollen wir in Frage stellen, ob der Kern nationaler Identität wirklich gemeinsame Sprache, Geschichte, Kultur und Territorium ist. Vielmehr sind wir der Ansicht, daß die die meisten dieser Merkmale Mythen sind, die im Nachhinein konstruiert wurden, um die Nation mit einem überzeugenden Fundament zu versehen. Darüber hinaus behaupten wir, daß die nationalen Mythen in Vergessenheit geraten, wenn sie nicht ständig aktualisiert werden. Warum werden diese Mythen gepflegt? Gerade in Krisenzeiten ist es nötig, Gemeinsamkeiten in einem ständigen Aufwand immer wieder herzustellen, damit der gesellschaftliche Zusammenhang nicht seinen eigenen Zerfallstendenzen zum Opfer fällt.
Wir wollen in der Veranstaltung darstellen, wie besagte Mythen im Kontext der historischen Entwicklung des Nationalstaats entstanden sind und wie sie heute aufrecht erhalten werden. Darüber hinaus geht es um die TrägerInnen nationaler Ideologie, speziell darum, welche Diskurse seit 1990 einen Nationalismus der Mitte befördern.

Die Analyse nationaler Mythen und Diskurse erlaubt es, NationalistInnen als das zu kritisieren, was sie sind: „ideologische Banditen“ (Elie Kedourie), die in das Wohl einer imaginierten Gemeinschaft über das Wohl des Einzelnen stellen, was weder den Eingeschlossenen noch den Ausgeschlossenen ein gutes Leben ermöglicht.

Vortrag und Diskussion am 10. Juni ab 20 Uhr in der Gerberstraße 1, danach Soli-Bar und Musik von DJ Android Dance (electro, minimal)

für mehr Informationen: Kommunistische Gruppe Surpasser Weimar

„Arbeit macht nicht frei!“ – Zur Kritik der Arbeit

Im Zeichen der großen Rezession befindet sich die Arbeitsgesellschaft in der Krise. Von Rechts bis Links schreien die politischen Akteure einig nach „Arbeit, Arbeit, Arbeit!“ Obwohl das arbeitsgesellschaftliche Dogma zur Verwertung spätestens mit der mikroelektronischen Revolution seinen fordistischen Bezugsrahmen verloren hat und der Verkauf der Ware Arbeitskraft von der Regel zur Ausnahme wird, beherrscht die Arbeit unvermindert als Zwangsprinzip die Gesellschaft. „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!“, sinnierte der SPD-Politiker Franz Müntefering im Mai 2006 über „Sozialschmarotzer“. „Arbeit macht frei“ war über den Toren der Todesfabrik Auschwitz zu lesen. In der Vortragsveranstaltung soll nachgewiesen werden, dass diese ideologischen Schnittmengen kein Zufall sind und die Arbeit als mit dem Kapital untrennbar verbundenes Prinzip der Ausbeutung und Unfreiheit kritisiert werden.

Mittwoch, 13.05., 20 Uhr, Gerberstraße 1, Weimar

NPD Infostände & Gegenaktionen

Die NPD wird ab morgen, mit Infoständen den Auftakt ihres Wahlkampfes beginnen, Donnerstag den 07.05. bis zum 04.06.2009 wird Weimar mit insgesamt 55 Infoständen heimgesucht. Diese Infostände sind auf elf Tage verteilt. Für Samstag, den 06.06. (vor dem Wahlsonntag) hat die rechtsextreme Partei eine Kundgebung auf dem Theaterplatz angemeldet. Gegen diese wird eine große Gegenkundgebung angemeldet. Demnächst gibt es hier wieder Veröffentlichungen und Informationen über den Ort und Zeit der anderen Infostände.

Freitag, 15.05.09
8-10 Uhr Hauptbahnhof
10-12 Uhr W-West, Straßburger Platz
12-14 Uhr Goetheplatz/ Geleitstr.
14-16 Uhr W-Nord (Marcel-Paul-Straße, neben der Einfahrt zu Penny)
16-18 Uhr Marktplatz

HOT-Update: die nächsten Termine – download

Also raus auf die Straße! zeigt den Nazis das man einen Sonnenschirm nicht nur als Sonnenschutz benutzen kann.

Kunst, Spektakel und Revolution

Veranstaltungsreihe zum Verhältnis zwischen den Bewegungen der Avantgarde und den revolutionären Bewegungen

„Kunst und Politik scheinen sich in der Warengesellschaft als unvereinbare Sphären gegenüber zu stehen. Mit der Durchsetzung der bürgerlichen Gesellschaft hat sich die Kunst von ihrer Einbettung in religiöse Rituale gelöst und sich als autonome Sphäre herausgebildet. Mit dieser Emanzipation gewann die Kunst an Möglichkeiten: Es wurden unzählige handwerkliche, gestalterische und kompositionelle Grenzen überschritten und Wege freigelegt. Als eine Sphäre, in der nahezu alles erlaubt ist, konnte die Kunst zudem als Nicht-Ort Wichtiges zu einer Kritik der bestehenden Verhältnisse beitragen, da sie eben das zeigen darf was unsere Gesellschaft nicht ist. Auf der anderen Seite wurde die Kunst mit ihrer Loslösung vom Ritus wirkungslos: Sie wurde vom Alltag der Menschen getrennt. Dadurch ergibt sich in der bürgerlichen Gesellschaft eine seltsame Arbeitsteilung: Während die Kunst alles darf, aber nicht ins Geschehen eingreifen kann, unterliegt die Politik den Bewegungsgesetzen der Waren-Ökonomie und kann in unterschiedlicher Art und Weise auf jedes einzelne Individuum zugreifen. (…)“

für mehr Informationen: Kunst, Spektakel und Revolution

Solitresen für Betroffene von polizeilicher Willkür

Solitresen in der Gerber 1! Die Einnahmen kommen Personen die von polizeilicher Willkür betroffen sind und hohe Prozesskosten haben zu Gute. Wie immer mit veganer Vokü und Musik aus der Konserve. Außerdem gibt es verschiedenen Wodka-Cocktails frei nach dem Motto „Vorwärts mit billigem Sprit, an diesem Abend gibt es kein Gesetz“

diesen Samstag, 21 Uhr in der Gerber 1